Die Münzstätten Stuttgart und Karlsruhe

Zu Beginn des Zahlungsverkehrs war in Deutschland das Recht, Münzen zu prägen, dem König vorbehalten. Später durften auch Kurfürsten und andere Reichsstände das Münzrecht ausüben. Heute obliegt das Münzrecht allein dem Staat. Münzen dürfen ausschließlich von der Deutschen Bundesbank ausgegeben werden.

Mehr als 600 Jahre Unternehmensgeschichte und ständige Weiterentwicklung sind ein solides Fundament, um zuversichtlich in die Zukunft blicken zu können. Zum heutigen Unternehmen gehören die 1374 gegründete Stuttgarter Prägestätte und die 1827 eingeweihte Prägestätte in Karlsruhe.

Seit 1998 arbeiten die beiden Prägestätten zusammen und tragen gemeinsam den Namen Staatliche Münzen Baden-Württemberg.

Münzzeichen

Mit der Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 erhielt dieses auch die Münzhoheit. Nach einem Beschluss des Bundesrates vom 07.12.1871 wurden den einzelnen deutschen Münzstätten zur Erkennung Buchstaben zugeordnet. Die Reihenfolge ergab sich aus der damaligen Rangordnung der Bundesländer. Heute werden noch an fünf Prägestandorten Münzen für die Bundesrepublik geprägt:

  • Stuttgart (ehem. Königreich Württemberg):Prägebuchstabe F
  • Karlsruhe (ehem. Großherzogtum Baden):Prägebuchstabe G
  • Berlin (ehem. Königreich Preußen):Prägebuchstabe A
  • München (ehem. Königreich Bayern):Prägebuchstabe D
  • Hamburg (Hansestadt Hamburg):Prägebuchstabe J
Stuttgarter Münzstätte

Der Ursprung der Stuttgarter Münzstätte

1374 verlieh Kaiser Karl IV. dem Grafen Eberhard II. von Württemberg das Recht, Münzen zu schlagen. So entstand die erste Stuttgarter Münzprägestätte. Diese war bis 1967 in der Stuttgarter Innenstadt angesiedelt, erst dann erfolgte der Umzug in die heutige Produktionsstätte im Stadtteil Bad Cannstatt.

Die ersten in Stuttgart geschlagenen Münzen waren Heller, Schilling, Pfennig, Dreier, Gröschlein und Gulden. Es folgten Groschen und Dukaten. Einen frühen Höhepunkt der Stuttgarter Prägekunst bilden die prunkvollen Münzen und Medaillen des Spätbarock. Damals diente die Münze vor allem der Repräsentation und den Finanzgeschäften des Fürsten.

Karlsruher Münzstätte

Der Ursprung der Karlsruher Münzstätte

Die heute unter Denkmalschutz stehende Prägestätte in Karlsruhe dient seit ihrer Einweihung 1827 ununterbrochen der Münzprägung. Sie befindet sich in einem wunderschönen – vom bekannten Karlsruher Stadtbaumeister Friedrich Weinbrenner entworfenen – klassizistischen Gebäude im Herzen der Stadt.

Zu den ersten Prägeprodukten dieser Münzstätte zählen die aus feinstem Rheingold bestehenden 5-Gulden-Münzen mit dem Portrait des badischen Großherzogs Ludwig.